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Weserfähren vor dem Aus: Pohlmann wendet sich an Bundesminister
Abgeordnete besuchen Fähre Veckerhagen - Fährzeugnisse laufen im September und Oktober aus.
VECKERHAGEN. Der Bundestagsabgeordnete Jan-Wilhelm Pohlmann hat sich in einem Schreiben an den zuständigen Bundesverkehrsminister Steffen Bilger gewandt, um die drohende Stilllegung der beiden landeseigenen Weserfähren in Veckerhagen und Lippoldsberg sowie der Fähren in Oedelsheim und Bodenfelde abzuwenden. Anlass war eine entsprechende Bitte des Kasseler Regierungspräsidenten Mark Weinmeister. Am Donnerstag, 17. September, haben sich Pohlmann und der Landtagsabgeordnete Hans Christian Göttlicher vor Ort an der Fähre Veckerhagen ein Bild von der Lage gemacht.
Hintergrund ist eine Entscheidung des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamts (WSA) Weser in Hann. Münden. Das Amt hatte dem Regierungspräsidium Kassel mitgeteilt, die bisherige Unterstützung bei den sicherheitstechnischen Untersuchungen nicht mehr in gewohnter Form leisten zu können. Über viele Jahre wurden die Fähren dafür nach Hann. Münden geschleppt und dort auf der Hellinganlage des WSA aus dem Wasser genommen. Zur Durchführung künftiger Transporte hat sich zwischenzeitlich das THW bereiterklärt, offen ist allerdings weiterhin die Erlaubnis zur Nutzung der Helling durch das WSA. Nach den dem Regierungspräsidium vorliegenden Informationen gibt es bundesweit keinen vergleichbaren Fall, in dem eine solche Unterstützung nicht mehr gewährt wird.
Die Fährzeugnisse sind nur befristet verlängert worden: Für die Fähre Veckerhagen gilt es bis zum 26. September 2026, für die Fähre Lippoldsberg letztmalig bis zum 9. Oktober 2026. Ohne kurzfristige Lösung müssten beide Fähren stillgelegt werden.
Die geprüfte Alternative - die Fähren mit einem Schwerlastkran direkt am Anleger aus dem Wasser zu heben - hält das Regierungspräsidium für kaum praktikabel und rechnet mit Kosten im sechsstelligen Bereich. "Solange in Hann. Münden eine geeignete Anlage vorhanden ist, die jahrzehntelang genutzt wurde, ist das mit einem verantwortungsvollen Umgang mit öffentlichem Geld nicht zu vereinbaren", sagt Pohlmann.
Zur Bedeutung der Fähren verweisen beide Abgeordneten auf die Lage vor Ort: Zwischen Hann. Münden und Gieselwerder gibt es auf rund 25 Kilometern keine Brücke. Die Fähren werden von Pendlern, Schülern, Radtouristen und der Landwirtschaft genutzt und sind ein wichtiger Bestandteil des Tourismus an der Weser.
Hinzu kommt die emotionale Bindung. "Die Fähren gehören zu diesen Orten wie die Kirche und das Dorfgemeinschaftshaus", sagt Göttlicher. Der Landtagsabgeordnete betont zudem die historische Bedeutung der Fähren. So gäbe es sowohl in Veckerhagen als auch in Lippoldsberg Bestrebungen, sie unter Denkmalschutz zu stellen.
Beide CDU-Abgeordneten wollen sich weiter für eine pragmatische Lösung mit dem Bund einsetzen. An dem Termin nahm auch der unabhängige Bürgermeisterkandidat für Wesertal Lukas Honemann teil.

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