Biogasanlagen im ländlichen Raum: „Investiert – geliefert – jetzt fehlt die Perspektive“
Diemelsee / Lichtenfels. Im Rahmen eines Vor-Ort-Termins hat der Bundestagsabgeordnete Jan Wilhelm Pohlmann mehrere Biogasanlagen in der Region besucht und sich mit den Betreibern über die aktuelle Situation ausgetauscht.
Im Mittelpunkt standen die Anlagen Wetekam Energie, Weidenhof Buckert sowie Biogas Grünhaupt – allesamt landwirtschaftlich geprägte Familienbetriebe, die in den vergangenen Jahren erhebliche Investitionen in ihre Anlagen getätigt haben. Insbesondere die Flexibilisierung der Stromerzeugung wurde vorangetrieben, um erneuerbare Energie bedarfsgerecht bereitstellen zu können.
„Die Anlagen leisten heute genau das, was energiepolitisch gefordert wird: Sie sind flexibel, sie sichern die Versorgung und sie schließen regionale Kreisläufe“, so die Betreiber im Gespräch.
Gleichzeitig wurde deutlich, dass die Unsicherheit über die zukünftigen Rahmenbedingungen – insbesondere mit Blick auf das Auslaufen der EEG-Förderung – zu einer erheblichen Zurückhaltung bei weiteren Investitionen führt. Banken reagieren zunehmend vorsichtig, geplante Projekte wie Wärmenetze geraten ins Stocken.
Dabei leisten die Anlagen weit mehr als reine Stromproduktion:
Sie verwerten Wirtschaftsdünger aus der Region, reduzieren CO₂-Emissionen und stärken die regionale Wertschöpfung. Rund um die Anlagen haben sich zudem Strukturen aufgebaut – von Lohnunternehmen bis hin zu Logistiksystemen für Ernte und Substrate.
„Wenn diese Anlagen keine Perspektive bekommen, geht es nicht nur um einzelne Betriebe. Dann verlieren wir funktionierende Strukturen im ländlichen Raum“, so eine zentrale Botschaft aus dem Gespräch.
Der Bundestagsabgeordnete nahm zahlreiche konkrete Hinweise und Anliegen aus den Gesprächen mit nach Berlin und unterstrich die Bedeutung verlässlicher Rahmenbedingungen für die Branche.Die angesprochenen Punkte sollen nun in die weiteren Beratungen auf Bundesebene einfließen.
„Wer von den Betreibern Flexibilität und Versorgungssicherheit erwartet, muss ihnen auch eine verlässliche Perspektive geben. Es geht jetzt darum, Planungssicherheit zu schaffen und die richtigen Signale für weitere Investitionen zu setzen“, so Jan Wilhelm Pohlmann abschließend.

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